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Bad Mergentheim


Hinweis zu 500 Jahre Bauernkrieg 1525 - 2025 in Mergentheim und im Taubertal:
Die Bad Mergentheimer Geschichtswerkstatt wird eine Publikation mit Schwerpunkt Bauernkrieg Mergentheim / Taubertal herausbringen:




GESCHICHTE(N) AUS BAD MERGENTHEIM


Band 9


1525: Der Bauernkrieg in und um Mergentheim


„Geschichtswerkstatt Bad Mergentheim e.V.“


ISSN 2567-1588



Inhalt:
- Lage der Bauern
- Mergentheim vor dem Bauernkrieg – eine Momentaufnahme vom Beginn des 16. Jahrhunderts
- Anfänge des Aufruhrs in Rothenburg ob der Tauber
- Bauernkrieg oder Krieg der Bauern?
- Zug des Tauberhaufens durch das Taubertal
- Forderungen der Mergentheimer Bauern
- Bernhard Bubenleben - Mergentheimer Lateinschullehrer, Johanniter-Pfarrer und Bauernführer († 1525)
- Der Bauernkrieg und die Folgen für die Prämonstratenserinnen in Schäftersheim, die Zisterzienser in Schöntal und die Dominikaner in Mergenthei
- Die Bauernkriegsschlacht vom 2. Juni 1525 bei Königshofen aus regionaler Sichtweise
- Strafen gegen die Anführer und andere Beteiligte
- 1525: Bauernkrieg, Krise des Deutschen Ordens und beginnender Aufstieg Mergentheims zur Residenzstadt
- Kurze Geschichte des Bauernkrieges und seiner Folgen für Mergentheim
- Die Enkel fechten`s besser aus
- Der Widerhall der Ereignisse von 1525 über die Jahrhunderte im Raum Mergentheim



© 2024


Erhältlich im Buchhandel, bei der Tourist-Information Bad Mergentheim, Marktplatz 1 (Altes Rathaus), im Stadtarchiv Bad Mergentheim, Hans-Heinrich-Ehrler-Platz 35 (Kulturforum) oder im Residenzschloss Mergentheim, Schloss 1
Erscheint Herbst / Winter 2024




Einige Gassen lassen den Umgang der gemauerten Stadtbefestigung noch ablesen. Beispielsweise in der Unteren Mauerstraße, an der sich noch Reste befinden. Am Anfang der Mühlwehrstraße ist der Torbereich des Boxberger Tores erkennbar. Gegenüber dem barocken Glanz von Mergentheimer Häusern und der Häuser der zum Deutschen Orden gehörenden Administralen nehmen sich dagegen die Häckerhäuschen in den Nebengassen sehr bescheiden aus. Allerdings verraten diese, wenngleich keine Bildkartenperspektiven, doch einiges über die soziale Struktur, über Lebenswelt und Wohngebiete in der Residenzstadt. Spurensuchende finden beispielsweise im Ochsengässle Lebensspuren des alten weinbauimprägnierten Mergentheims: Giebelständige Häckerhäuser, die Hofdurchgänge, aus Platzmangel ins Haus eingebaut, ziehen sich lange nach hinten zu den Gärten durch. Weitere HäckerInnen-Quartiere liegen in der Holzapfel- oder Törkelgasse sowie um die ehemalige Stadtmauer gruppiert und verdichtet. Die Stadtsanierung hält Einzug und verändert die historischen Gesichte dieser Viertel, so in der Wettgasse. Eines der ältesten Fachwerkhäuser ist die Engelsapotheke von 1511. Das alte Rathaus hatte seinen Platz, den jetzt das Feinkost-Haus Sambeth einnimmt, an der Ecke zur Burgstraße. 1561 wegen Baufälligkeit abgebrochen. Der Rathausneubau wurde 1562 begonnen, nicht von den Ratsherren und der Bürgerschaft, sondern von der im 13. Jahrhundert einsetzenden Ortsherrschaft des Deutschordens, der es der Kommune vermietete. So wurde geldlich im Mietzins klargemacht, wo die bürgerliche Selbstbestimmung der Stadt endete. Das Ratshaus selber war multifunktional eingerichtet. Im Erdgeschoß standen Fleisch- und Brotbänke. Das Stockwerk darüber war ein Saal für festliche und gesellige Anlässe. Erst im zweiten Geschoß fand die Administration der Stadt ihre spezifischen Räumlichkeiten (z. B. Archiv).

Der heutige Anblick des Marktplatzes verdankt seine Ansicht und seine Grundstruktur dem zusätzlichen und repräsentativen Baubedarf der nach Mergentheim übergewechselten Beamten des Deutschen Ordens. 1526 bis 1809 war Mergentheim Residenzstadt. Deshalb wurde der vorher riesige Marktplatz durch neue Hausfluchten mit den patrizisch anmutenden Wohnhäusern verkleinert, was angesichts der heutigen Größe des Marktplatzes nicht von vorne herein auffällt. Im Johanniterhof waren bis 1554 die Johanniter ansässig, deren Gebäude der Deutsche Orden übernahm und überbaute. Aus dem weißen Johanniterkreuz ließ sich leicht das schwarze der Deutschherren machen. Beim Gänsmarkt  prunkt das Spital zum hl. Geist, mit Wappen von 1698. Von hier aus wurden Wälder, Äcker und Weinberge verwaltet. Eine eigene Weinkelter war ebenfalls am Gänsmarkt stationiert.


Der Rebanbau in Mergentheim ist für 1219 beurkundet. Weingärten lagen an den Hängen des Ketterberges, des Eisenberges, des Arkauberges, des Katzenberges, des Häsleins, der Schüpfer Steig, des Brauntals, der Lohe, des Wolfentals, der Ottenklinge. Angebaut wurde auf ca. 140 ha Weinlagen. 1913 bestanden noch 70 ha Rebenpflanzungen. Im Jahr 1639 lagerten in den Kellern der BürgerInnen über 120 000 l Wein. Fast ein Drittel der Mergentheimer Gemarkungsfläche war mit Reben bestückt und bepfählt. Im Vergleich zu einer gleich großen Ackerfläche war der Arbeitsbedarf auf einem entsprechenden Weingarten ungefähr 10 mal so hoch. Deshalb entstand in den Weinbaustädten und -dörfern eine große unterbäuerische Schicht, die selber keinen oder kaum Grundbesitz hatte, im Tagelohn in den Weinbergen arbeitete. Bei der extremen Klima- und Wetterabhängigkeit des Weinbaus sorgten Ernteausfälle für einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung, bei den Häckern und Häckerinnen, für ein Leben hart am Rand der ertragskonjunkturellen Existenzbedrohung. Kam dazu das Wechselspiel von geringem Lohn wegen Mißernte und dem Steigen von Brotpreisen wegen kleinen Erntemengen bei dem in die Weinbauorte zu importierendem Getreide, entwickelte sich schnell eine explosive Stimmung unter den HäckerInnen. Diese konnten recht spontan gewalttätig werden.


Die Frage des Mergentheimers, Lorenz Fries, ob dies nun ein Bauernkrieg oder ein Weinkrieg gewesen, läßt sich daraufhin spezifizierend beantworten, daß es zumindest auch ein Weinhäckerkrieg, ein Weinbauernkrieg, auch in der weiblichen Form, gewesen war. Die WeinhäckerInnen haben die große Masse der Aufständischen gestellt und zu den aktionistischen Zügen beigetragen, beispielweise zum Sturmversuch auf die Festung Unserfrauenberg. Das Lorenz Fries'sche Theorem, Weinkrieg oder Bauernkrieg, hat auch Wilhelm Zimmermann und Carlheinz Gräter zu Deutungen und Schilderungen inspiriert: Carlheinz Gräter kostete verifizierend bei seinen "Weinwanderungen an der Tauber" den fränkischen Wein als Mitverursacher des Bauernkrieges aus. Seine Charaktereigenschaften seien erdig und selbstbewußt, sein Genuß stimme zu rechthaberischem, antiautoritärem und krakeeligem Verhalten. Zimmermann schilderte in einem historischen Vorgriff die Bauern tags mit der Flasche und nachts mit der Brandfackel.


Magie, Wetterzauber, Wetterabwehr spielten bei so einer empfindlichen Kultur wie dem Weinbau eine große Rolle. Insbesondere in den Weinbauorten tobten die Hexenverfolgungen im 17. Jahrhundert. In Verhören der als Hexen angeklagten Frauen haben fast alle - auch unter der Folter - stets geleugnet, an Wetterzauber zur Vernichtung von Weinernten beispielsweise mit Hagelschauern oder Spätfrösten beteiligt gewesen zu sein. Sie wußten um die Gefährlichkeit dieses Anklagepunktes, der ein Grund zum Verbrennen war. An der Edelfinger Straße steht heute noch das Caravacaskreuz, ein Kultmittel der Wetterbeeinflußung, mit dem Hagel und Regenabschwemmungen der spärlich vorhandenen Bodenkrume verhindert werden sollten.


In Mergentheim wird der Stadthof der Zisterzienser Abtei Schöntal (Schöntaler Hof in der Mühlwehrstraße mit dem Abtswappen über dem großen Portal) am 26. März 1525 gestürmt. Ein Ziel ist der Weinkeller und es folgt ein ordentliches Weinaustrinken durch das Volk. In diesem versammelt dürfen wir wohl vor allem die Häcker und Häckerinnen der Umgebung und aus Mergentheim vermuten. Schließlich hatte das Kloster Schöntal im Taubergrund und in den Seitentälern neben Grundbesitz zahlreiche Rechte auf den Zehnt und Weinzehnt, die in den Keltern und Kellern des Schöntaler Hofes verarbeitet und gebunkert wurden.
Lange Zeit vorher lag die Bürgerschaft der Stadt Mergentheim mit dem Klosterhof schon überquer, denn die Klosterhöfe versuchten sich selbst steuerfrei zu halten und schwächten so die Steuerkraft der Kommune. Sie erlangten ihre Wirtschaftskraft konkret auf Kosten der BürgerInnen, da zu zahlende Steuern nur auf die Bürgerschaft umgelegt werden konnten, während die Klosterhöfe, die Höfe der Ritter unbelastet blieben und damit höhere Erträge erwirtschaften konnten. Mit den besseren Erträgen erhöhten sie zudem den Konkurrenzdruck auf die BürgerInnen.


Der aus Mergentheim stammende, würzburgisch bedienstete Geheimschreiber Lorenz Fries hat die Stürme auf die Wein-Keller und Getreide-Kasten aus Herren dienlicher Sicht beschrieben: "es wart ihnen auch der müt ie lenger ie grosser. wa sie hinkamen oder lagen, fielen sie in die clöster, pfaffenheuser, der obrickait chasten und keller, schlempten und dempten, dieweyl da was. und sonderlich gefiel inen dise neue bruderschaft wol, das sie zu zechen, zu essen und zu trinken hetten und nichts darfur geben dorften. trunkener, voller, ungeschickter leute hat man kaum bey ainander gesehen die zeit diser entporung durchaus, also, das ich nit wissen mag, ob solche der bauren furnemen und handlung, wa sie sich allein vor dem prant und blutvergiesen enthalten hetten, ain vastnachtspil oder ain krieg genent werden mogte, dieweyl sie, die bauren, dem alten sprichwort nach zu zeit der vastnacht on das unsinig und tobend sind; und ob es ie ain krieg gehaissen werden, ob man den mehr ain baurenkrieg oder weinkrieg nennen solte..." (Lorenz Fries, Geschichte des Bauernkrieges in Ostfranken 1, S. 28ff.)


Ende März 1525 ruft Jörg Neber auf dem Marktplatz die Parole: "Wer gut bäurisch ist, kommt hierher! Wem sind die Pfaffen was nutz?" Damit sind allerdings nicht die Pfarrer, die das Volk zukünftig nach eigener Facon selber auswählen will, gemeint, sondern in der Hauptsache die Mönche (und Klöster), die von der Arbeit anderer leben und dazu fromm beten können. Obwohl sich die Bauernhaufen als christliche Vereinigungen zusammenschließen, als christliche Brüder ansprechen, eine christliche Reformation durchzuführen beabsichtigen, leitet sie eine starke antiklerikale Haltung, die sich gegen das Wirtschaftsgebaren der Klöster richtet.


In Wilhelm Zimmermanns Bauernkriegsgeschichte illustriert ein Stich bzw. eine Zeichnung (DDR-Ausgabe) diese grandiose Szene. Dabei ist vor allem die Botschaft des Zusammenschlusses von Stadt und Land Mergentheim unter dem Zeichen des Bundschuhs wichtig. Eine Bundschuhfahne gab es im Tauberfränkischen allerdings nicht. Daß der Zeichner dabei in diese Zeit den Sechseckbrunnen mit der Statue des Deutschmeisters Milchling aus der Mitte des 16. Jahrhunderts und das erst ab 1562 an dieser Stelle erbaute Rathaus kolportiert und montiert, sind nur unwesentlich historische Mängel, an denen sich nur die Fliegenbeinzähler der Oberlehrer-Geschichts-Betreibung mit ihrer Auftürmung von Jahreszahlen besonders mokieren dürfen. Vielmehr dient der Einbau der besseren Verortung des Geschehens und dem Wiedererkennungswert, da das heutige Marktplatzbild dem des Stiches entspricht, zumindest was die Gebäudearchitektur angeht - die Bundschuhfahne, die Aufständischen fehlen im heutigen Erscheinungsbild vorort. Die historische Spur zieht sich gelegentlich auf etwas seltsamen Wegen durch die Zeit fort. Der Pfarrer und Bauernkriegsliterat Wilhelm Zimmermann nahm seine Kur in Mergentheim und ist auch 1878 während eines Kuraufenthaltes dort gestorben.


Der geistlich-radikale Kopf des Mergentheimer Aufstandes, der Johanniter-Pfarrer Bernhard Bubenleben, predigte in der Kirche St. Johannis, erbaut 1250-1270, mit späteren Umbauten, heute die Mergentheimer Stadtkirche und katholische Münsterkirche seit 1983. Bubenleben nahm seit 1518 die Pfarrerstelle in Mergentheim ein und beteiligte sich auch am Sturm auf das Haus des in Mergentheim wohnenden Ritter Sutzel maßgeblich.


Zur Zeit des Bauernkrieges war der Marktplatz von Mergentheim noch nicht in der Mitte durch das 1562 vom Deutschorden erstellte und an die Stadt Mergentheim vermietete Rathaus gehälftet. Hier warnte das Rebellionskreuz, das die Mergentheimer Bürgerschaft an die wiederhergestellte Herrschaft des kreuzbewappneten Deutschen Ordens nach der BürgerInnen-Revolte von 1380 tagtäglich erinnern sollte. Es wurde in den Tagen des Bauernkrieges von der Mergentheimer Bürgerschaft wie die Herrschaft der Deutschherren aus den Angeln gehoben. Auch das Mergentheimer Schloß und die Schloßkirche wurden zum Angriffsziel der bürgerlich-bäuerlichen Aufständischen und erlitten einige Zerstörungen, Plünderungen und Bilderstürme. Allerdings haben die Aufwertungen des Schlosses nach 1526 als Ordenssitz und Wohnsitz des Deutschmeisters die baulichen Gegebenheiten durch weitgehende Barockisierung ziemlich verändert.


In der zum Schloß hinführenden Burgsstraße ist mit Hausnummer 5, dem ehemaligen Gasthof zum Fuchsen, das Geburtshaus Lorenz Fries, dem fürstbischöflich-würzburgischen Geheimschreiber und Chronist des ostfränkischen Bauernkrieges, bezeichnet. Der Name "Lorenz-Fries-Straße" ist dem Heimatsohn in fremden Diensten gewidmet.


Gegenüber der Wolfgangskapelle an der Wolfgangsbrücke wurde 1584 das Rebellionskreuz wieder errichtet. Nach der Wiederherstellung der Herrschaft des Deutschen Ordens über die Stadt Mergentheim fanden Hinrichtungen auf dem Marktplatz, vor dem alten Rathaus (= heute Haus Sambeth) und auf der Tauberwiese bei der Wolfgangsbrücke statt.


Die Nachwehen des Bauernkrieges brachten nach Mergentheim ein Gemälde eines mit den Bauern und Bürgern sympathisierenden Malers, das durch die Zeitwirren wieder aus Mergentheim verschwand und als "Stuppacher Madonna" in einem benachbarten Dorf Weltruhm erlangte: "Matthias Grünewald oder Mathis Gothart Nithart, lassen wir es bei dem populär gewordenen Namen, Grünewald also hat die 'Stuppacher Madonna' 1519 als Mittelstück seines Maria-Schnee-Altars für die Aschaffenburger Stiftskirche gemalt. Nach dem Bauernkrieg fiel der kurmainzische Hofmaler, in dessen Nachlaß sich 'viel Scharteken lutherisch' fanden, anscheinend in Ungnade. Kurfürst Albrecht von Brandenburg, so wird vermutet, hat das Madonnenbild 1532 schon bei seinem Besuch in der Ordensresidenz Mergentheim dem befreundeten Hochmeister für die im Bauernkrieg schwer mitgenommene Schloßkirche vermacht. Dort scheint dann auch das Bild, vielfach übermalt, mit der Zeit in Ungnade gefallen zu sein. Jedenfalls hing es seit 1735 nicht mehr in der neuen barocken Hofkirche, entging so freilich auch der systematischen Plünderung der Residenz durch die Württemberger anno 1809." (Carlheinz Gräter: Zur Stuppacher Madonna. In: Carlheinz Gräter / Frithjof Sperling, Mergentheimer Wanderbuch, Tauberbischofsheim 1991, S.101)
So blieb das Gemälde, das mit dem Regenbogenglorienschein über dem Madonnenhaupt die regenbogenfarbene Fahnensymbolik der Thüringischen Bauern unter Thomas Müntzer vorwegnimmt, im Fränkischen, statt vielleicht heute in der Stuttgarter Staatsgalerie gehängt zu sein. Die hier noch geheime, zu deutende Botschaft in den Bildern Grünewalds tritt nahezu offen im Tauberbischofsheimer Kreuzbild zu Tage. In diesem 1523 gemalten Bild sind die Leiden des Herrn die Leiden der Bauern.


Gegen die seit dem 13. Jahrhundert in Mergentheim ansässige Herrschaft des Deutschen Ordens gab es mit den nach kommunaler und landschaftlicher Selbstbestimmung drängenden BürgerInnen Mergentheims einigen Konfliktstoff. 1380 kumulierte das Geschehen in einer Revolte zwischen dem Ortscomenthur und der Bürgerschaft. Mehrere Bürger landeten im Gefängnisturm. Als Zeichen vergangener und zukünftiger Unterwerfung unter die Deutschherrschaft wurde auf Kosten der BürgerInnen in der Mitte des Marktplatzes, wo heute das Rathaus steht, das sogenannte Rebellionskreuz errichtet.
Im Bauernkrieg 1525 wurde dieses zum Zielpunkt der Aufständischen und in eine horizontale Lage gebracht und zerschlagen. Die Revolten gegen den Deutschorden werden vor dem Hintergrund verständlich, daß die Mergentheimer Bürgerschaft dem Orden leibeigen war. Stadtluft machte also nicht immer frei.


Die alte Fernhandelsstraße über Mergentheim nach Würzburg erlebte ein kleineres Vorgeplänkel, in das Götz von Berlichingen involviert war. Zu dieser Zeit hatte der Ritter mit der eisernen Faust mehrere raubritterliche Händel, in denen er einen Vorteil für sich suchte. So lag er mit Nürnberg im Streit, einige Jahre später mit Kurmainz: "Hier am Ausgang des Mergelter Tälchens lag Götz von Berlichingen am 29. Juli 1513 im Hinterhalt, um einige Nürnberger Kaufmannswagen abzufangen. Während er sich mit dem markgräflich-ansbachischen Geleitreiter herumzankte, räumten seine Spießgesellen die Fracht aus und fuhren die wertvollste Beute, Pelzwerk und Gewürze, sechsspännig aufs Raubnest der Rosenberger über Boxberg ab. Den Rest der Ladung verbrannten sie an Ort und Stelle, unter anderem eine Bücherladung aus der berühmten Nürnberger Druckerei Koberger." (Carlheinz Gräter: Heimliche Täler, Tauberbischofsheim 1993, S. 67)


Zum Helden hat der fränkisch-hohenlohische Robin Hood wenig getaugt, mehr zum adlig-bäurischen Sauf- und Raufbold. Seinem Ruf als "Raufbold der Gerechtigkeit" ist er wenig gerecht geworden. Oder lassen sich in der Wirklichkeit dieses Raubritters doch Charakterzüge für Gerechtigkeit, durch das Schwert, im Anlegen mit den Herrschaften, durch raubritterliche Umverteilung, seinen eigenen Anteil zu ergattern, entdecken? Als er historisch in der Rolle des Bauernführers im Hellen Haufen gefordert wird, überfordert ihn die Geschichte. Eine eiserne Faust allein macht noch keinen starken Charakter.
In Mergentheim kommt es 1518 zu einem Vorspiel des Bauernkrieges, indem sich die vorrevolutionäre Stimmung durchaus abzeichnete. Der in Mergentheim ein Haus besitzende Ritter Sutzel lag im Streit mit Mergentheimer Bürgern. Der Johanniterpfarrer Bernhard Bubenleben nahm in seinen Predigten Partei für die Bürgerschaft. Die Situation spitzte sich schnell zu, als das Haus des Ritters von den BürgerInnen gestürmt wurde.


Der Mergentheimer Aufstandsbeginn läßt sich genau auf den 26. März 1525 datieren. Der Schöntaler Propsteihof wird von Weinhäckern und Weinhäckerinnen "besucht", ein Weinfest veranstaltet, bei dem einige Fässer Rebensaft verkostet werden. Am 28. März werden mit dem Landcommenthur des Deutschorden Wolfgang von Bibra Verhandlungen geführt: "Der Komtur von Mergentheim, Freiherr Wolfgang von Bibra, gab sich alle nur erdenkliche Mühe, durch gemäßigtes und entgegenkommendes Verhalten die erregten Gemüter zu beruhigen und den Aufruhr von der Stadt fernzuhalten. Er ging in Begleitung von vier Ratsmitgliedern am 28. März durch die Stadt und ermahnte die Einwohner zu Friede und Ordnung. Er werde als getreuer Herr zu ihnen stehen; wenn eine allgemeine Änderung der bestehenden Rechtsverhältnisse vorgenommen werden sollte, werden sich weder er noch der Deutschmeister widersetzen. Gleichzeitig verlangte er aber eine klare Auskunft über das Verhalten der Bürgerschaft gegenüber dem Orden. In den darauf folgenden Versammlung der vier Viertel muß es nach den Berichten sehr stürmisch zugegangen sein. Trotzdem einigte sich der Großteil der Einwohner auf eine Meldung an den Komtur: Er könnte voll und ganz auf seine Bürger rechnen, sie würden sich auch in dieser Notzeit als getreue und willfährige Untertanen des Ordens erweisen. Der Bürger Leonhard Prettfelder überbrachte diese Botschaft dem Komtur. Dieser vertraute auf das Treuegelöbnis der Mergentheimer Bürger und ließ die bereits von Frankfurt angeforderte Schar Soldaten umkehren, die sich schon auf dem Marsch hier befand. Er unterschätzte die innere Gärung." (Franz Diehm, Geschichte der Stadt Bad Mergentheim, 1963)


Der radikalisierte Teil der Bürgerschaft ging in die Offensive. Einige Tage darauf flatterte auf dem Marktplatz die Fahne des Aufstandes. Die Parole geht um: "Wer gut bäurisch ist, kommt hierher! Wem sind die Pfaffen was nutz?"  Am 5. April erfolgte der Zug des Bauernhaufens aus der Rothenburger Landwehr (Brettheimer Haufen) sowie der Bauern aus den Rosenbergischen Herrschaftsorten im Vorbachtal in den Taubergrund. Der Haufen erhält breiten Zuzug von den Häckern, Bauern und Bürgenr, Männern und Frauen des tauberfränkischen Raumes und damit sein neues Gesicht und den prägenden Namen als Tauber(taler) Haufen.


Mit der Besetzung Kloster Schäftersheims findet die Verbrüderung der verschiedenen Bauernscharen aus den unterschiedlichen Herrschaftsbereichen statt (Grünsfeld, Lauda, Weikersheim, Markelsheim, Mergentheim, Bütthard, Markt Bibart u.a.) sowie der Zuzug des Mergentheimer Fähnleins mit 100 Mann: Der Evangelische Bund als Vereinigung des Rothenburger und des Tauber Haufens konstituiert sich. Die zahlenmäßig stärker vertretenen Taubertäler Bauern übernehmen zwangsläufig die Führung des Haufens. Zu Hauptleuten des Haufens werden Lienhart aus Schwarzenbronn und Fritz Büttner aus Mergentheim ernannt, Stierlin aus Vorbach-Zimmern wurde Profoß. Der Brettheimer Haufen zieht zurück ins Gebiet der Rothenburger Landwehr, um die obere Flanke gegen den ansbachischen Markgraf Kasimir zu decken und die Aischgründer Bauern unterstützen zu können.


Die Mergentheimer Bürgerschaft warb bei den anderen Tauberstädten für die Sache der Bauern, beispielsweise in einem Brief an das benachbarte würzburgische Lauda. Diesem wurden die Gründe für den Zuzug von einigen Fähnlein aus der Stadt Mergentheim und dem Amt Neuhaus zum Bauernhaufen genannt. Am 9. April sendet Graf Georg von Wertheim seinen Hausvogt Wilhelm Arnsberger zum Bauernhaufen nach Mergentheim und bittet um "Nichtbelästigung" seiner Grafschaft. Das erweist sich als illusorischer Wunsch, wenn auch mit der Aufnahme des Grafen von Wertheim in den bäuerlichen Bund dessen Herrschaft über die Grafschaft Wertheim nicht beendigt wird, da die aufständischen Bürger und Bauern der Stadt Wertheim und aus den Ämtern Reicholzheim und Remlingen nicht wie in anderen Herrschaften die Macht und Amtsgewalt in der Grafschaft übernehmen.
Am 11. April bewilligt der Deutschmeister die vorgelegten Anträge der Mergentheimer Bürgerschaft. An diesem Tag verhandeln Vetter Hans von Mergentheim, der Edelfinger Schultheiß Contz Bayr, unterstützt von einer Delegation mit acht Bauern, in (Tauber)Bischofsheim wegen einer Übernahme der dortigen Kanonen durch den Bauernhaufen. Das 1523 vom schwäbischen Bund eroberte Geschütz der Burg Boxberg war dort gelagert worden. Ein weiterer Mergentheimer, Michael Hasenbart, wird Leutnant des Taubertaler Bauernhaufens. Allerdings ist die Ernennung zu Hauptleuten der Bauern forschungsmäßig noch genauer zu untersuchen. Welche Funktion die ernannten Hauptleute der Bauernschaft hatten, ist oft unklar: Führer eines Fähnleins, eines Abrißkommandos, eines Amtsbezirkes usw. (Vgl. unter Ballenberg).


Nach dem 15. April wurde der bei der Zerstörung des Oberlaudaer Schlosses von Bauern gefangen genommene würzburgische Amtmann von Lauda, Philipp von Riedern mit zweien seiner adeligen Leidensgenossen in den Gefängnisturm von Mergentheim gebracht.
Bei den dem Deutschorden vorgelegten und angenommen Forderungen der Mergentheimer Bürgerschaft blieb es nicht. Der revolutionäre Zeitgeist veränderte permanent verschärfend die Stimmung und die Ziele: "Am 18. April übergaben Bürgermeister, Rat und die ganze Gemeinde dem Komtur eine zweite Beschwerde und Forderungsschrift, die im wesentlichen schärfer war. Sie erklärten darin unter anderem, daß sie in Zukunft Hauptrecht, Handlohn, alle unbilligen Zölle, Umgeld, Bede, Steuer, Dienste, Groß- und Kleinzehnten, als dem Wort Gottes zuwider, nicht mehr geben und tun wollten, daß sie nicht mehr Eigenleute sein, daß sie Pfarrer, die das Wort Gottes verkünden, anzunehmen, und die, welche es nicht können, zu entsetzen Macht haben wollen. Das war nun ganz die Sprache der Aufrührer, die uns aber doch zeigt, welche Lasten für alle Untertanen drückten. Schon in den Tagen vorher hatten die Mergentheimer zu ihrem obersten Hauptmann beim Bauernheer Hans Kolbenschlag erwählt. Diesem war die ganze Gemeinde zu unbedingtem Gehorsam verpflichtet, er hatte unumschränkte Gerichtsvollmacht. Wie er sie ausgeübt hat, wissen wir nicht. Bei allen Ausschreitungen hatte auch der üble Bubenleben seine Hand im Spiel." (Franz Diehm, Geschichte der Stadt Bad Mergentheim, 1963)


Der Taubertaler Haufen war Ende April in das Maintal weitergezogen. Von dort aus dirigierten die obersten Hauptmänner die lokalen Fähnlein und Abrißkommandos, um den fränkischen Schlösserartikel, alle schädlichen Burgen und Wasserschlösser abzureißen, in die Tat umzusetzen. Nach Aufforderung durch den Taubertaler Haufen stellten Mergentheim und Lauda ein gemeines Abriß-Fähnlein zusammen, zogen nach Messelhausen und legten das dortige Schloß in Schutt und Asche.


Als am 2. Juni die bündische Armee des Schwäbischen Bundes, der Kurmainz und der Kurpfalz von Ballenberg aus in Richtung Boxberg vorrückte, verhandelte im Auftrag der in Mergentheim zurückgebliebenen Männern, es soll sich nur noch um 70 alte Männer gehandelt haben, der Deutschcommentur von Mergentheim, Wolfgang von Bibra, mit den Führer des Strafkorps. Die Bestrafung Mergentheims wurde dem Deutschorden überlassen.
Offensichtlich hatte in Mergentheim wieder die patrizische Fraktion den Lauf der Dinge in die Hand bekommen und sich auf Seite der Herren geschlagen. Eine Anforderung des in Krautheim versammelten Bauernhaufens, Sold für die Bedienungsmannschaften der zahlreichen Geschütze zu schicken, kam der Rat der Stadt Mergentheim nicht mehr nach. Vielleicht erklärt auch dies die schwache Wirkung der bäuerlichen Kanonen, da die Kanoniere offensichtlich - zumindest teilweise - den Haufen verlassen hatten.
Die Katastrophe des 2. Juni auf dem Königshöfer Turmberg traf die im Bauernkrieg stark engagierte Bürgerschaft Mergentheims im großem Umfang. 120 Mann fielen, darunter sieben Geistliche. Am 3. Juni wurde der seit 14. April in Mergentheim gefangen gehaltene Amtmann von Lauda, Philipp von Riedern mit den beiden adeligen Mitgefangenen auf freien Fuß gesetzt.


Danach ereilte das Strafgericht des Deutschen-Ordens Stadt und Bürgerschaft von Mergentheim: "Nach der Rückkehr des Deutschmeister wurde strenges Gericht gehalten. Die als Anführer beim Aufruhr beteiligt gewesenen Bürger, soweit sie sich nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht hatten, darunter mehrere Ratsherren, wurden teils auf dem Marktplatz, teils vor dem alten Rathaus, teils an der Tauberbrücke enthauptet. Ob die Steinkreuze, die jetzt dort in die Weinbergsmauer eingelassen sind, an diese Enthauptungen erinnern, kann nicht mehr festgestellt werden. Die übrigen Teilnehmer an dem Aufstand wurden gezwungen, den Hinrichtungen zuzusehen, sie wurden mit Ruten gestrichen, ihnen zwei Finger der rechten Hand abgehauen. Sie durften nur noch einen halben Bart auf der linken Gesichtsseite tragen. Zum ewigen Gedächtnis an ihre Untat mußte das Kreuz, das auf dem Marktplatz stand und zu Beginn der Unruhen gestürzt worden war, neu aufgerichtet werden bei der Wolfgangsbrücke." (Franz Diehm, Geschichte der Stadt Bad Mergentheim, 1963)
Es waren für die Plünderungen und Beschädigungen von Schloß und Kirche, der Verweigerung von Zehnten und der Entnahmen aus den Weinkellern und Getreidekasten Reparationen an den Orden zu zahlen.


Trotz der vielen Menschenverluste, der drakonischen Strafen, hielten die nicht beseitigten Ursachen des Bauernkrieges Nachwirkungen von Aufstandsbekundungen im Gange: "... Da die Gährung in der Bevölkerung auch im Jahre 1526 noch andauerte, auf dem Schlachtfeld von Königshofen z. B. bedrohliche Versammlungen von Landleuten stattfanden, weshalb der Deutschmeister jeden ferneren Besuch des Orts und jede Versammlung bei Todesstrafe verbot, so fand ein im April 1526 zu Mergentheim versammeltes Provinzialkapitel es rathsam, sich durch enges Anschließen an den Schwäbischen Bund für alle Fälle dessen Beihilfe zu versichern und vornehmlich auch des Deutschmeisters neuen Wohnsitz, das Haus zu Mergentheim, mit stärkerer Besatzung und reichlicheren Unterhaltungsmitteln zu versorgen." (Beschreibung des Oberamts Mergentheim, Bd. 1 und Bd. 2. Herausgegeben von dem Königlichen statistisch-topographischen Bureau, Stuttgart 1880, S. 369f.)



Literatur:
Beschreibung des Oberamts Mergentheim, Bd. 1 und Bd. 2. Herausgegeben von dem Königlichen statistisch-topographischen Bureau, Stuttgart 1880; Lorenz Fries, Geschichte des Bauernkrieges in Ostfranken 1; Lorenz Fries, Geschichte des Bauernkrieges in Ostfranken 2; Franz Diehm, Geschichte der Stadt Bad Mergentheim, 1963; Karl Hofmann, Der Bauernaufstand im Badischen Bauland und Taubergrund, 1902; Carlheinz Gräter, Weinwanderungen an der Tauber 1969; Carlheinz Gräter, Maria im Garten. In: Stuttgarter Zeitung vom 15.8.1992; Carlheinz Gräter: Heimliche Täler, Tauberbischofsheim 1993; Carlheinz Gräter / Frithjof Sperling, Mergentheimer Wanderbuch, Tauberbischofsheim 1991; Wilhelm Heinrich Riehl, Ein Gang durchs Taubertal.







Milchling-Brunnen


Milchling-Brunnen, bei Illustrationen zu Zimmermanns Bauernkrieg gern verwendet. Der Brunnen wurde allerdings vom Deutschmeister erst Jahre später errichtet: 1546. Aber es kommt oft auf die Botschaft an. Die wurde mit aufständischen Bauern und Mergentheimern vor dem Milchlingsbrunnen gut vermittelt. Gern wurden auch die aufständischen Häcker mit der Weinflasche in der Hand gezeichnet. Obwohl es 1525 noch keine Weinflaschen gab. Man trank den Wein aus dem Krug. Dem steinernen, tönernen. Der gebürtige Mergentheimer Schreiber in Würzburgischen Diensten stellte die Frage, ob es ein Bauernkrieg oder ein Weinkrieg war. Das Lorenz Fries'sche Theorem, Weinkrieg oder Bauernkrieg, hat auch Wilhelm Zimmermann und Carlheinz Gräter zu Deutungen und Schilderungen inspiriert: Carlheinz Gräter kostete verifizierend bei seinen "Weinwanderungen an der Tauber" den fränkischen Wein als Mitverursacher des Bauernkrieges aus. Seine Charaktereigenschaften seien erdig und selbstbewußt, sein Genuß stimme zu rechthaberischem, antiautoritärem und krakeeligem Verhalten. Zimmermann schilderte in einem historischen Vorgriff die Bauern tags mit der Flasche und nachts mit der Brandfackel.


















Marktplatz


Der Mergentheimer Marktplatz ist zweigeteilt: vor und hinter dem Rathaus. Der heutige Anblick des Marktplatzes verdankt seine Ansicht und seine Grundstruktur dem zusätzlichen und repräsentativen Baubedarf der nach Mergentheim übergewechselten Beamten des Deutschen Ordens. 1526 bis 1809 war Mergentheim Residenzstadt. Deshalb wurde der vorher riesige Marktplatz durch neue Hausfluchten mit den patrizisch anmutenden Wohnhäusern verkleinert, was angesichts der heutigen Größe des Marktplatzes nicht von vorne herein auffällt. Der Rathausneubau wurde 1562 begonnen, nicht von den Ratsherren und der Bürgerschaft, sondern von der im 13. Jahrhundert einsetzenden Ortsherrschaft des Deutschordens, der es der Kommune vermietete. So wurde geldlich im Mietzins klargemacht, wo die bürgerliche Selbstbestimmung der Stadt endete. Das Ratshaus selber war multifunktional eingerichtet. Im Erdgeschoß standen Fleisch- und Brotbänke. Das Stockwerk darüber war ein Saal für festliche und gesellige Anlässe. Erst im zweiten Geschoß fand die Administration der Stadt ihre spezifischen Räumlichkeiten (z. B. Archiv).






Wolfgangskapelle und Rebellionskreuz


Foto Hendrik Beierstettel



Foto Hendrik Beierstettel



Zur Zeit des Bauernkrieges war der Marktplatz von Mergentheim noch nicht in der Mitte durch das 1562 vom Deutschorden erstellte und an die Stadt Mergentheim vermietete Rathaus gehälftet. Hier warnte das Rebellionskreuz, das die Mergentheimer Bürgerschaft an die wiederhergestellte Herrschaft des kreuzbewappneten Deutschen Ordens nach der BürgerInnen-Revolte von 1380 tagtäglich erinnern sollte. Es wurde in den Tagen des Bauernkrieges von der Mergentheimer Bürgerschaft wie die Herrschaft der Deutschherren aus den Angeln gehoben. Gegenüber der Wolfgangskapelle an der Wolfgangsbrücke wurde 1584 das Rebellionskreuz wieder neu errichtet.



Hinweis zu 500 Jahre Bauernkrieg 1525 - 2025 in Mergentheim und im Taubertal:

Die Bad Mergentheimer Geschichtswerkstatt wird eine Publikation mit Schwerpunkt Bauernkrieg Mergentheim / Taubertal herausbringen.